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Wie entstehen diese Thesen und Positionen?

Grundlage und Bedingungen, die zu den hier gezeigten Ergebnissen führen — damit du einordnen kannst, was du siehst und wo die Grenzen liegen.

1. Datenquelle

Grundlage sind ausschließlich die öffentlich verfügbaren Wahlprogramme der antretenden Parteien für diese Wahl. Es fließen keine anderen Quellen ein — kein bisheriges Abstimmungsverhalten, keine Presseberichte, keine Aussagen aus Interviews. Was eine Partei in ihrem Programm nicht schreibt, taucht hier auch nicht als Position auf.

2. Forderungen extrahieren

Ein KI-Modell liest die Wahlprogramme abschnittsweise und extrahiert einzelne, konkrete Forderungen. Zu jeder Forderung muss ein wörtliches Beleg-Zitat aus dem Originaltext vorliegen — Forderungen ohne nachprüfbaren Beleg im Quelltext werden verworfen.

3. Clustering nach Themen

Ähnliche Forderungen verschiedener Parteien zum selben Sachthema werden über Textembeddings automatisch gruppiert ("Cluster") und einem Themenfeld zugeordnet. Nur Cluster, zu denen mehr als eine Partei eine Forderung beigetragen hat, kommen für eine These infrage — reine Ein-Partei-Themen werden nicht zu Streitfragen verarbeitet.

4. These formulieren

Aus den Forderungen eines Clusters formuliert ein KI-Modell eine neutrale, möglichst konkrete These — eine einzelne Sachfrage, zu der Zustimmung und Ablehnung gleichermaßen plausibel sein sollen. Vage, kaum widerlegbare oder doppelt verneinte Formulierungen werden dabei automatisch aussortiert.

5. Position je Partei

Für jede Partei bewertet ein KI-Modell die These ausschließlich anhand der für diese Partei erfassten Forderungen — nicht anhand von Parteiname, Farbe oder allgemeinem politischem Profil. Liefern die Forderungen keinen expliziten Beleg zur These, lautet das Ergebnis "keine Aussage" statt einer geratenen Position. Jede vergebene Position enthält eine kurze Begründung und die zugrunde liegenden Zitate.

6. Unabhängige Verifikation

Ein zweites, unabhängiges KI-Modell prüft anschließend jede vergebene Position gegen genau die Zitate, auf die sie sich stützt: Tragen die Belege wirklich Richtung und Stärke der Position? Auffällige Abweichungen werden markiert.

7. Auswahl der finalen Thesen

Nicht jede erzeugte These schafft es in den finalen Pool. Automatisch aussortiert werden Thesen, zu denen praktisch alle Parteien dieselbe Position vertreten (keine echte Streitfrage), zu denen weniger als 60 % der Parteien überhaupt eine Position beziehen, die inhaltlich einer bereits vorhandenen These zu stark ähneln (Duplikatprüfung), oder die ein Themenfeld im Verhältnis zum Rest des Pools überrepräsentieren.

8. Menschliche Freigabe

Bevor eine These hier im Quiz erscheint, muss sie von einem Menschen (Wahl-Administrator) manuell freigegeben werden — die KI-Pipeline schlägt vor, entscheidet aber nicht endgültig, was veröffentlicht wird.

Grenzen dieses Verfahrens

  • Alle Texte (Forderungen, Thesen, Positionsbegründungen) sind KI-generiert und können trotz Prüfschritten fehlerhaft sein.
  • Positionen spiegeln nur das schriftliche Wahlprogramm wider, nicht das tatsächliche spätere Handeln einer Partei.
  • "Keine Aussage" bedeutet nicht Ablehnung oder Zustimmung, sondern schlicht: im Programm nicht behandelt.
  • Die automatische Auswahl (Schritt 7) ist ein statistisches Verfahren und kann einzelne, individuell relevante Thesen ausschließen.